Eigentlich hatte Guiseppe Giaquinto mit Handwerk nie viel zu tun. Der 49-jährige Italiener ist im Finanzwesen tätig. Doch die Leidenschaft zur Musik des Gitarristen und Bandgründers der BluesTones war schon immer groß. So groß sogar, dass er begann, seine eigenen Gitarren herzustellen – aus Zigarrendosen.
Im belgischen Peer besuchte er 2011 ein Blues-Festival und kam zum ersten Mal mit mit einer sogenannten „Cigar box guitar“ in Berührung. Dabei handelt es sich um eine eigens hergestellte Gitarre aus alten Zigarrenkisten. Giaquinto sah das Instrument und spielte einige Töne darauf. „Von dem Moment an wusste ich, so eine will ich auch einmal selber bauen“, erinnert er sich. Mittlerweile gehört die Cigar box guitar zum festen Bestandteil auf seinen Konzerten.

Herkunft Die sogenannte Cigar-Box-Gitarre (CBG) stammt ursprünglich aus Amerika. Während der Entstehung der Jug-Bands und des Blues bekam sie besondere Bedeutung. Vor allem schwarze arme Musiker fertigten sich ihre Instrumente in Marke Eigenbau und verwendeten dazu unter anderem Zigarrenkisten.
Herman Georg Vollrath (@bluelake) • Bandlab
Unterstützt und motiviert wurde Giaquinto in seinem Vorhaben von der BluesTones-Sängerin Christine Iyoha, die selbst aus einer Schreiner-Familie stammt. Sie machte Giaquinto mit Materialien, Werkzeug und einfachen Handgriffen vertraut. „Zu meinem Geburtstag hat Peppe die erste Gitarre gebaut“, erzählt Iyoha, „doch der Prototyp ist nur Kappes geworden“. Das war im Jahr 2012. Mittlerweile sind es um die 100 Gitarren geworden. „Und ich werde immer besser“, sagt Giaquinto.
Am Anfang sei es nicht so einfach gewesen, doch Iyoha, unterstützte nicht nur mit ihren handwerklichen Kenntnissen, sondern auch mit einem Buch über das Bauen von Zigarrenboxen aus Amerika. Auch einen befreundeten Gitarrenbauer der beiden konnte Giaquinto bei Problemen konsultieren.
Doch was macht die Zigarrenkisten-Gitarre eigentlich so besonders? „Sie hat nur drei Saiten anstatt sechs, und auch der Klang ist nicht so groß“, erklärt Giaquinto. Damit eigne sich die Gitarre, die vor allem im Blues benutzt wird, besonders gut zum „sliden“, einer Spieltechnik, die in Deutschland allerdings nicht so weit verbreitet ist.

Stream Cigar Box Guitar Yellow Jam 2014 By Bluestones
Mehr als 100 Gitarren sind es inzwischen, die Giaquinto in liebevoller Handarbeit gefertigt hat. Die Cigar Box ist bei seinen Kunden beliebt.
In der Werkstatt von „Guitar Stable“ in Lintorf stapeln sich in Regalen Zigarrenkisten unterschiedlichster Marken, bunt bebildert oder zeitlos schick: San Cristobal de Habana, Camacho, Brick House, Aurora– um nur einige zu nennen. Nicht eine einzige von denen hat Giaquinto geraucht. Die Zigarrenkisten bezieht der Gitarrenbauer aus Tabakläden in der Umgebung. Etwa eine Woche Zeit verbringt er mit dem Basteln pro Gitarre, sofern es seine Zeit zulässt.
Man nehme eine Zigarrenkiste, ein Stück Holz für den Griff, Möbelscharniere als Saitenhalter und fertig ist das Instrument? Nein, ganz so einfach ist es nicht, gesteht Giaquinto. Am schwierigsten sei der Hals, den er aus Mahagoni-Holz fertigt. Denn dieser wird noch selbst gehobelt und geschliffen beziehungsweise poliert. Außerdem wird eine Bundierung für die Saiten gesetzt. Abschließend übernimmt Christine Iyoha Lötarbeiten und Verzierungen an dem Instrument. Manchmal, wenn die reine Zigarrenkiste etwas langweilig aussehe, werde sie etwas aufgepeppt. Trotz allem sollen die Gitarren so einfach wie möglich gehalten werden, um die authentische Art einer Bluesgitarre beizubehalten– ganz nach dem amerikanischen Vorbild.
Cigar Box Guitar Uk
„Kleine Blues Maschinen“, nennt Giaquinto liebevoll seine fertigen Werke, die er mit Christine Iyoha für etwa 270 Euro vertreibt. Auf Wunsch hin, werden die einzelnen Gitarren erstellt, Verstärker in Zigarrenbox-Form und sogenannte „bottle necks“ (zu deutsch Flaschenhals) runden das Angebot des Paars ab. „Das ist etwas für Leute, die Blues Musik mögen“, sagt Giaquinto, „aber auch für Anfänger, weil das Instrument nur drei Saiten hat“. Mittlerweile bieten Iyoha und er sogar Workshops an.
„Kleine Blues Maschinen“, nennt Giaquinto liebevoll seine fertigen Werke, die er mit Christine Iyoha für etwa 270 Euro vertreibt. Auf Wunsch hin, werden die einzelnen Gitarren erstellt, Verstärker in Zigarrenbox-Form und sogenannte „bottle necks“ (zu deutsch Flaschenhals) runden das Angebot des Paars ab. „Das ist etwas für Leute, die Blues Musik mögen“, sagt Giaquinto, „aber auch für Anfänger, weil das Instrument nur drei Saiten hat“. Mittlerweile bieten Iyoha und er sogar Workshops an.
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